Überregionale Tagung von Unicef, Nationalem Jugendrat und DRA: Mehr bewegen für kinder- und jugendfreundliche Städte! 9.-10. August, Kiev |

Wie können Städte und Gemeinden kinder- und jugendfreundlich gemacht und Kinder und Jugendliche stärker an Gestaltungsprozessen beteiligt werden – und was macht Kommunen überhaupt kinder- und jugendfreundlich? Mit diesen und weiteren Fragen befassten sich bei einer Tagung am 9./10. August in Kiev rund 70 Vertreter/innen von Jugendorganisationen, Politik und Verwaltung, die aus 21 Regionen der Ukraine angereist waren. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Unicef und dem Nationalen Jugendrat der Ukraine im Rahmen des DRA-Projekts „Mehr bewegen!“ verwirklicht (Förderung: Der Paritätische Berlin,  Auswärtiges Amt und Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie). Erörtert wurde insbesondere das Programm „Child- and Youth Friendly Cities“, das der DRA in Kooperation mit denselben Partnern im Rahmen dieses Projekts umsetzt. Hintergrund ist die wachsende Selbständigkeit der Kommunen, die mit der Dezentralisierung in der Ukraine einhergeht. Geplant ist in diesem Zusammenhang auch eine stärkere Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen.

Professor Waldemar Stange (Leuphana Universität Lüneburg) berichtete von diesbezüglichen Erfahrungen und Grundsätzen aus dem deutschen Projekt „Kinderfreundliche Kommune“ und lieferte Best-Practice-Beispiele. Insbesondere dürfe Demokratie nicht nur theoretisch gelehrt werden – vielmehr sollten Kinder und Jugendliche Demokratie handelnd und selbstwirksam erfahren. Andrej Kolobov, Vorsitzender des Nationalen Jugendrates der Ukraine, äußerte sich kritisch zu den kommunalen Jugendräten, die derzeit in den Regionen des Landes geschaffen werden und die Empfehlungen aussprechen könnten, aber sonst keine Mitbestimmungsrechte hätten. Vielerorts sollen dafür feste Stellen eingerichtet werden, was, so Kobolovs Befürchtung, der jeweiligen Kommune Möglichkeiten einer politischen Beeinflussung der Jugend eröffnen könnte.

Viele Tagungsteilnehmer/innen aus den ukrainischen Gemeinden berichteten, dass infolge des Kriegs in der Ostukraine die „militärpatriotische Bildung“ eine bevorzugte Stellung erhalten habe und zivilgesellschaftliche Projekte in den Hintergrund geraten seien. Sie zeigten sich daher besonders dankbar für die Einladung zu der Tagung in Kiev. Viele bekundeten darüber hinaus Interesse daran, sich am DRA-Projekt „Mehr bewegen!“ zu beteiligen.

Zurück