Konferenz 20. Deutsch-Russische Herbstgespräche |

Wann: Freitag, 20. November - Samstag, 21. November 2015
Wo: Französische Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte
Veranstalter: Deutsch-Russischer Austausch,  Evangelische Akademie zu Berlin


Die Deutsch-Russischen Herbstgespräche 2015 sind ein Jubiläum in sehr schwierigen Zeiten:
Die prominente Konferenz über aktuelle Fragen der Gesellschaften und der zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder, 1995 ins Leben gerufen durch den DRA, die Evangelische Akademie und die Heinrich-Böll-Stiftung, findet zum 20. Mal statt. Zugleich sind die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland sowie vielen anderen europäischen Ländern so angespannt wie kaum einmal seit 1991.  

Die politische Situation in Europa hat mit dem Krieg in der Ukraine 2014 eine Zuspitzung erlebt, die die Gefahr eines multilateralen bewaffneten Konfliktes auf dem Kontinent so greifbar machte, wie seit 70 Jahren nicht mehr. Ein Ende der gefolgten gegenseitigen Sanktionen von Russland und der EU ist vorerst nicht in Sicht. Russland orientiert sich wirtschaftlich und politisch zunehmend in Richtung Asien.

Das Auseinanderdriften findet nicht nur auf außenpolitischer, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene statt. Der Aufbau eines neuen patriotisch-nationalen Diskurses in Russland, verbunden mit einer zunehmend radikalen Abschottung vor internationalem(zivil)gesellschaftlichen Austausch (z.B. das unlängst verabschiedete „Gesetz über unerwünschte ausländische Organisationen“), tragen dabei zur Verhärtung der Fronten bei.

Gleichzeitig gehen die Bruchlinien in Europa lange nicht nur entlang der Fronten der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine oder der gegenseitigen Sanktionen von Russland und der EU. Es stellt sich die Frage, was heute die gemeinsame gesamteuropäische Idee ist, das verbindende Element, das die  Ko-Existenz von Gesellschaften und Staaten(verbunden) auf dem Kontinent bestimmen soll.

Ereignisse und Tendenzen wie die dramatischen Entwicklungen um Griechenland, die politische Stärkung der EU-Skeptiker in Deutschland und anderen EU-Mitgliedsstaaten oder der geplante Grenzzaun von Ungarn werfen die Frage nach den Kernelementen des Konzeptes eines friedlichen Europas heute auf. Im Kontext der Ukraine-Krise zeigten die Debatten über die Legitimität von Ansprüchen großer Staaten auf ungehinderte Einflusssphären einmal mehr die Widersprüche zwischen nationalen und friedensorientierten Denkweisen.

Vor diesem Hintergrund gehen die 20. Deutsch-Russischen Herbstgespräche der Frage nach, ob und wie das Konzept einer gemeinsamen und friedlichen Entwicklung auf dem Kontinent wieder zum Konsens der Politik werden kann, und welchen Beitrag die Zivilgesellschaften gemeinsam dazu leisten können.

Diskutiert wird u.a.:

  • Welche Gründe gibt es für die (wieder) erstarkten nationalen Tendenzen in Russland und anderen Ländern Europas? Welche Rolle spielen jeweils innenpolitische Konflikte und außenpolitische Entwicklungen?
  • Wie kann ein Ausgleich zwischen nationalen Interessen und integrativen Entwicklungsmodellen hergestellt werden? Was wäre der richtige Verhandlungsrahmen und wer sind aktuell Ansprechpartner dafür, u.a. in Russland? Welche Bedeutung kommt dabei den deutsch-russischen Beziehungen zu, und wie kann ihre europäische Einbindung gesichert werden?
  • Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft und ihre europaweite Kooperation für die (Re-)Etablierung der gemeinsamen Vision eines offenen, friedlichen, demokratischen und sozialen Europas von gleichberechtigten Bürgern und Ländern?
  • Welche Szenarien sind bei einer weiteren Verschlechterung der russisch-europäischen politischen Beziehungen zu erwarten und wie kann einer Kluft in den gesellschaftlichen Beziehungen, trotz politischer Abwehrhaltung v.a. in Russland, entgegengewirkt werden?

Nähere Information finden Sie hier.

Anmeldung ab Anfang September über die Website der Evangelischen Akademie, www.eaberlin.de

Unterstützt von: Heinrich-Böll-Stiftung, ZEIT-Stiftung, Bundeszentrale für Politische Bildung

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