Seminar: In Search of Lost Universalism

Am 26./27. November fand in Berlin das Seminar "In Search of Lost Universalism" der Moskauer School for Civil Education statt. Darin ein Panel mit Barbara von Freytag (Prague Civil Society Center), Elena Zhemkova (Memorial, Moskau), Stefan Melle (DRA, Berlin), Ambassador O'Donnell (Dublin) unter dem Motto "The future is Now" - was die Frage birgt: Was kann und muss die Zivilgesellschaft heute tun, damit eine künftige, demokratisch und nachhaltig organisierte Gesellschaft möglich wird? Die strategischen Aufgaben erkennen, die Vielfalt des Bürgerengagements gegen Einheitszumutungen wahren - aber zur gemeinsamen Mobilisierung fähig sein, wenn es gilt, die Demokratie zu verteidigen, so Stefan Melle.

Auch in Zeiten des - unter dem Druck autoritärer Herrscher - "schrumpfenden Raumes für Zivilgesellschaft" deren frische Sprösslinge erkennen, nicht zuletzt in Russland, erinnerte Barbara von Freytag. Die Geschichte aufarbeiten, auch um in der Gegenwart den Kompass für die Bürgerrechte zu wahren, den Kontakt zu anderen Menschen gewinnen, erklärte Elena Zhemkova. O' Donnell mahnte, die Fragen wirtschaftlicher Gleichberechtigung und Zugangschancen nicht zu unterschätzen. Lena Nemirovskaya, Gründerin der MSCE, rief einmal mehr zur Herstellung eines universalen Kanons von Rechten auf - und ihr Lebensgefährte Jurij Senokosov dazu, im Dialog der Eltern mit ihren Kindern gemeinsame Werte hochzuhalten.

Es war der frühere Bundestagspräsident und nunmehrige Vorsitzende der Adenauer-Stiftung, Norbert Lammert, der zu recht zu viel vor zu viel Selbstgewissheit warnte: Noch nie war, allen Unterschriften unter UN-Konventionen zum Trotz, der erträumte Universalismus der Grundrechte akzeptierter weltweiter Konsens. Dies zu bekennen wäre eine wichtige Vorbedingung der weiteren Arbeit. Um die Menschenrechte zumindest dort zu realisieren, wo sie anerkannt sind - und womöglich damit für sie auch anderswo Anerkennung zu finden.

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